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"Tierelend mitten in Deutschland"

Tierelend mitten in DeutschlandDiese etwas reißerische Überschrift stammt nicht von uns. Sie war der Betreff einer E-Mail, in der wir um Hilfe gebeten wurden.
Es geht um einen Fall an der westlichen Landesgrenze Mecklenburg-Vorpommerns, der seit 2009 durch die Presse geht.

Ein älterer Mann hält dort Hunde und Pferde - alle vernachlässigt und verwahrlost, heißt es. 
Die Hunde sind verwildert, vermehren sich ständig untereinander. Wie viele es sind, weiß niemand.

Das Grundstück ist ebenfalls verwahrlost - das Haus mit kaputtem Dach vermutlich unbewohnbar. Der Mann schläft angeblich im Auto - die Hunde unter Autowracks. Überall liegt Müll. Strom und Heizung gibt es nicht.

So weit - so schlimm.
Aber was sollen wir da?
Die Absenderin der Mail aus Köln meinte, sie sei zu weit weg aber wir wären doch dichter dran.

Na ja, wie man's nimmt. Auch für uns sind eine Strecke bis dorthin über 300 km. In der Nähe besagter Tierhaltung gibt es mehrere große Städte, traditionsreiche Tierschutzvereine, die seit über 100 Jahren existieren, viel schneller da sind als wir und bestimmt besser gefüllte Kassen haben als wir.
Bei uns hier in der Gegend gibt es genug zu tun. Uns ist nicht langweilig.

Außerdem ist dies ein Fall für die Behörden und eigentlich nichts für einen privaten Tierschutzverein wie uns. Wir haben keinerlei Befugnisse. Und das ist auch richtig so. Für die Einhaltung der Gesetze ist der Staat zuständig. Privatleute - auch wenn sie sich Tierschützer nennen - können sich nicht anmaßen, behördliche Aufgaben wahrzunehmen.

Angeblich wurde in den letzten Jahren schon alles versucht, erfahren wir von einer jungen Frau vor Ort, mit der wir telefonieren. Aber niemand hätte etwas unternommen.

Was von den Zuständen und den Versuchen zur Veränderung Hörensagen ist und was der Realität entspricht, können wir nicht nachprüfen und möchten uns am liebsten raushalten.

Doch die junge Frau bleibt dran. In der Tat schafft sie es, dass der Mann ihr die Tiere übereignet. Aber sie hat keine Plätze für die Unterbringung. Das örtliche Tierheim - wie auch andere - lehnen ab.

Na gut. Zwei Mitarbeiter von uns machen sich also auf den Weg. Es gelingt ihnen, acht der verwilderten Hunde einzufangen. Eine Hündin will der Mann behalten, eine ist nicht auffindbar. Es soll ausgerechnet eine blinde sein, die inzwischen auch wieder gedeckt sein soll.
Mit den acht machen sich unsere Mitarbeiter auf den Rückweg.   

Alle Tiere sind so schlimm verfloht und voller Zecken, wie es selbst unsere Tierärzte zuvor noch nicht gesehen haben - bis tief, tief in die Gehörgänge hinein sitzen die Plagegeister. Und das um diese Jahreszeit, wo die kalten Temperaturen die meisten dieser Parasiten dahingerafft haben!

Einige Hunde weisen massive Bissverletzungen auf. Alle haben Augenprobleme. Zwei Hündinnen sind tragend - zum Glück in so frühem Stadium, dass wir noch kastrieren können und die Jungen also nicht inzuchtgeschädigt auf die Welt kommen müssen.

Die junge Frau kann ein paar Tage später auch die blinde Hündin ergattern. Diese ist inzwischen ebenfalls bei uns.

Somit sind wir also an dem Punkt, wo die Aktion erst einmal erfolgreich beendet ist und wir uns auf die Schulter klopfen können, dass wir als einzige bereit waren zu helfen.

Aber so richtig kommt keine Freude bei uns auf.

Und dabei versuchen wir im Moment, noch nicht einmal an die Kosten zu denken, die in den nächsten Jahren auf uns zukommen werden, denn die Tiere sind nicht vermittelbar.
Genauso so schlimm für uns ist nämlich: Wir sind uns gar nicht so sicher, ob die Hunde wirklich von uns "gerettet" werden wollten.

Wenn man das Video schaut, sieht man die schreckliche Angst der Tiere. Sie zittern nicht vor Kälte, sondern vor blanker Panik - obwohl wir sie in einem etwas abseits gelegenen Gehege untergebracht haben. Zum Fressen gehen sie nur nachts. Sie schlafen alle in einer Hütte übereinander liegend - obwohl ihnen mehrere Hütten  zur Verfügung stehen.

Hätte es eine bessere Lösung gegeben? Die Hunde konnten bisher auf dem riesigen Gehöft rumtoben, wie sie wollten, waren in ihrer Freiheit nicht eingeschränkt. Futter war da.
Wollten sie mehr vom Leben?

So weitergehen hätte es natürlich nicht dürfen. Sie hätten unbedingt eine gesundheitliche Versorgung bekommen müssen. Und selbstverständlich hätten sie unbedingt kastriert werden müssen!!!

Das haben wir jetzt gewährleistet. Auch unser Futter ist regelmäßig und gut. Aber zur Unterbringung hätte es eines speziellen Gnadenhofes bedurft. Solche Fälle überfordern die finanziellen und arbeitsmäßigen Kräfte eines Tierheimes wie unserem.

Nun: Wir haben "A" gesagt, wir werden auch "B" sagen und unseren Ehrgeiz daransetzen, den armen Seelen etwas von ihrer Angst zu nehmen und für den einen oder anderen nach Möglichkeit evtl. doch noch einen schönen Platz zu finden.  

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